Das vietnamesische Bankensystem steht unter enormem Druck, da es sich überlasten muss, um Kapital zur Stützung der Wirtschaft bereitzustellen und so das ehrgeizige Ziel eines zweistelligen Wachstums im Jahr 2026 zu erreichen.

Obwohl in der ersten Jahreshälfte ein BIP-Wachstum von 8,18 % verzeichnet wurde – der höchste Wert seit über einem Jahrzehnt –, hat die Regierung unter Premierminister Lê Minh Hưng für die verbleibenden Monate weiterhin ein Wachstumsziel von 11,9 % festgelegt, um das angestrebte zweistellige Wachstum zu erreichen.
Am 6. August 2026 warnte Fitch Ratings in einem veröffentlichten Bericht jedoch eindringlich, dass vietnamesische Banken gegenüber externen Schocks nach wie vor wesentlich anfälliger seien als Banken in anderen Ländern der Region. Die Prognose geht davon aus, dass die Kreditausstände im Gesamtjahr 18 % erreichen werden und damit die von der Staatsbank festgelegte Obergrenze von 15 % deutlich überschreiten.
Bemerkenswert ist, dass während das Kreditwesen zur Erreichung der Wachstumsziele bis an seine Grenzen getrieben wird, der Finanzmarkt mit einer bitteren Realität konfrontiert ist.
So verzeichnen ausländische Investoren weiterhin starke Nettoabflüsse, wodurch sich das seit 2023 aus dem vietnamesischen Aktienmarkt abgezogene Kapital auf insgesamt rund 13 Milliarden US-Dollar beläuft. Diese Paradoxie offenbart eine große Kluft zwischen den rosigen BIP-Zahlen und dem Vertrauen der Investoren weltweit.
Warum fließt ausländisches Kapital weiterhin entschlossen aus Vietnam ab, obwohl die Wirtschaft kräftig wächst und viele einheimische Unternehmen über eine solide Grundlage verfügen?
Nach Ansicht internationaler Experten liegt die Hauptursache in den seit langem bestehenden strukturellen Hindernissen, die noch
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